Mathilda Paatz hat beim Auftakt der Formula Winter Series im portugiesischen Estoril ein starkes Ausrufezeichen gesetzt: Im dritten und letzten Rennen fuhr die 17-jährige Kölnerin, die für das eigene Team mathilda racing und im Design von Partner Vaico an den Start geht, vom 27. Startplatz bis auf das Podium nach vorne. Der dritte Gesamtrang war das Resultat einer goldrichtigen Entscheidung im Reifenpoker sowie einer fehlerfreien Vorstellung mit zahlreichen sehenswerten Überholmanövern auf nasser Strecke. Damit unterstreicht Paatz bereits zum Auftakt ihre Ambitionen für die Saison 2026, in der sie zusätzlich für Aston Martin in der F1 Academy im Rahmenprogramm der Formel 1 antreten wird.
Dabei hatte das erste Rennwochenende der neuen Saison alles andere als vielversprechend begonnen. Mit einem brandneuen Fahrzeug angereist, sah sich das Team in der Vorbereitung mit erheblichen Problemen konfrontiert: Beim Shakedown in Navarra fiel nach sieben Runden die komplette Elektronik des Formel-4-Boliden aus. Die Mechaniker waren zu umfangreichen Reparaturarbeiten und einem nahezu kompletten Neuaufbau gezwungen. Ein großer Dank gilt Tatuus und Autotecnica, die mit Teilen und Knowhow unterstützten und das Auto am ersten Tag in Estoril wieder einsatzbereit machten. Erschwerend kam jedoch hinzu, dass Paatz aufgrund einer Erkrankung am Donnerstag keine einzige Testrunde absolvieren konnte.
Die Ausgangslage wurde dadurch weiter verschärft, dass die Freien Trainings am Freitag sowie das Qualifying am Samstag von starkem Regen und mehreren Rotphasen geprägt waren. Die Startaufstellung wurde daher zum Teil auf Basis des Collective-Tests vom Donnerstag festgelegt, an dem Paatz nicht teilgenommen hatte. Die 17-Jährige startete folglich vom Ende des Feldes und nutzte die ersten beiden Wertungsläufe primär zur Funktionsüberprüfung, zum Sammeln von Daten und Erfahrungen sowie zur Feinabstimmung ihres Formel-4-Boliden, der im markanten Vaico-Design zu den Hinguckern im diesjährigen Starterfeld der Formula Winter Series zählt.
Mathilda Paatz mit starker Aufholjagd im Regen
Im dritten und letzten Rennen fügte sich schließlich alles zusammen. Nach einem Start auf trockener Strecke setzte leichter Nieselregen ein. Während einer Safety-Car-Phase entschieden sich einige Fahrer für den Wechsel auf Regenreifen, auch Paatz kam an die Box. Das Team von mathilda racing absolvierte einen perfekten Boxenstopp, sodass die Kölnerin bereits in die Top 20 nach vorne rutschte. Beim anschließenden Restart setzte Paatz ihren Vormarsch fort und arbeitete sich mit einer entschlossenen, zugleich kontrollierten Fahrweise bis auf den achten Rang nach vorne. In den Schlussrunden machte die Aston-Martin-Nachwuchsfahrerin auf nasser Strecke weiter Boden gut und fuhr dank einer fehlerfreien Leistung noch bis auf den dritten Platz und das Gesamtpodium vor.
„Das war eine grandiose Teamleistung“, jubelt Paatz. „Nach dem schwierigen Auftakt mit technischen Problemen und meiner Erkrankung konnten wir dem Rennwochenende noch ein glückliches Finale geben. Ich bin super dankbar und total glücklich, dass ich mein Potenzial im Regen unter Beweis stellen konnte und wir gemeinsam die richtige Entscheidung getroffen haben. Es ist ein super Ende und ein super Ergebnis nach dem schwierigen Auftakt in das Wochenende.“
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Mathilda Paatz allerdings nicht: Bereits in wenigen Tagen reist die Kölnerin zu Prema, ihrem Einsatzteam in der F1 Academy, um sich intensiv auf die kommende Saison im Rahmenprogramm der Formel 1 vorzubereiten. Nach einem kurzen Abstecher nach Portimão, wo die nächsten Rennen der Formula Winter Series anstehen, geht es für Paatz direkt weiter nach Shanghai zu den ersten Testfahrten der neuen Saison.

